Ort:
Versailles in/bei
Paris
Kategorie: Sehenswürdigkeiten
Das Château de Versailles im gleichnamigen Pariser Vorort ist das wohl bekannteste Schloss Frankreichs.... Den Ursprung der prachtvollen Anlage bildete ein kleines Jagdhaus von König Ludwig XIII., das dieser 1631-1634 von Philibert Le Roy zu einem dreiflügeligen Jagdschloss im Stil des frühen französischen Barock erweitern ließ. Ludwig XIV. liebte das Schloss seines Vaters und nutzte es nach seiner Regierungsübernahme 1661 zunächst als Lustschloss und Sommersitz. Ab 1668 ließ er es durch Louis Le Vau, François d’Orbay, Jules Hardouin-Mansart und Robert de Cotte aufwendig zu einem der größten und prachtvollsten Paläste Europas um- und ausbauen. Für die Innenausstattung zeichnete Charles Lebrun verantwortlich. 1682 wurde Versailles königliche Residenz und Regierungssitz. Heute gilt es als einer der Höhepunkte europäischer Schlossbaukunst, nicht zuletzt auch dank der berühmten Gartenanlagen von André Le Nôtre. Seit 1979 zählt Versailles zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Auffallend am Äußeren des Schlosses sind die zwei unterschiedlichen Stilformen der Garten- und der Stadtfassaden. Letztere bestehen aus zahlreichen Einzelgebäuden und entsprechen dem älteren Stil des ursprünglichen Jagdschlosses. Die imposanten Gartenfassaden dagegen sind im klassizistischen Barock gestaltet. Flach hervorspringende, säulen- und statuengeschmückte Risalite lockern die ansonsten eher strengen Sandsteinfassaden auf.
Zu den bedeutendsten Räumlichkeiten zählen der Ochsenaugensaal (Salon Oeil de boeuf), der Herkulessalon sowie der prunkvolle Spiegelsaal (Galerie des Glaces) und die angrenzenden Schlafgemächer der Königin und des Königs. Der 75 m lange Spiegelsaal beeindruckt mit 30 stuckgefassten Deckengemälden sowie 357 Spiegelflächen und marmornen Pilastern. Besonders imposant sind die siebzehn fenstergroßen Spiegel, die den Park ins Innere des Raums zu holen scheinen.
Die Gartenanlagen gehen auf den von Jacques Boyceau de la Barauderie für Ludwig XIII. geschaffenen Petit Parc zurück. In ihrer heutigen Ausdehnung wurden sie zwischen 1662 und 1689 von André Le Nôtre geschaffen. Der Schlosspark gliedert sich in die drei für Barockgärten typischen Bereiche: die dem Schloss nahen Parterres, die Boskette und den weitläufigen Jagdwald. Die Anlagen werden durchzogen von einer Hauptachse, die von der Stadt durch das Schloss, den Garten und den großen Kanal bis in den Grand Parc führt, und sind wie das Schloss voller, oft symbolischer Anspielungen auf den Sonnenkönig. Im Park befinden sich zahlreiche Springbrunnen und mehrere Lustschlösser: das Grand Trianon, das später zum Vorbild für Schloss Sanssouci in Potsdam wurde, das Petit Trianon sowie das Hameau de la Reine, das Königin Marie Antoinette kurz vor der Französischen Revolution als Rückzugsort entworfen hatte.
Versailles hat in den deutsch-französischen Beziehungen mehrmals eine bedeutende Rolle gespielt. So ließ sich König Wilhelm I. von Preußen nach dem deutschen Sieg über Frankreich im Deutsch-Französischen Krieg am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal zum deutschen Kaiser Wilhelm I. ausrufen, was einen Affront gegenüber den Franzosen darstellte. Der Waffenstillstandsvertrag vom 28. Juni 1919, den das unterlegene deutsche Kaiserreich nach dem Ersten Weltkrieg unterzeichnen musste, wurde ebenfalls im Schloss von Versailles verhandelt.
Das Schloss mit seinen Gartenanlagen und Museen ist für Besucher geöffnet. Man erreicht Versailles von der Pariser Innenstadt aus mit dem RER C innerhalb von ca. 40 Minuten. Vom Bahnhof gelangt man dann innerhalb von 10 Minuten zum Schlosseingang. Tickets erhält man vor Ort oder vorab im Internet.
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